• Beitrags-Kategorie:Sustainability
  • Lesedauer:5 Minuten zum Lesen

Rechenzentren tragen zentrale Anwendungen in Unternehmen, Verwaltung und kritischen Infrastrukturen. Zertifizierungen und Prüfungen helfen, definierte Anforderungen an Technik und Betrieb anhand von Nachweisen zu bewerten. Dieser Beitrag wurde am 8. September 2026 aktualisiert.

In kaum einem wirtschaftlichen Bereich entwickelt sich das Wachstum so rasant wie bei der Digitalisierung. Denn moderne und schnelle Datenspeicherung und -verarbeitung zieht sich mittlerweile durch alle Teile des privaten und wirtschaftlichen Lebens. Die bisherigen Strukturen stoßen dabei mittlerweile an ihre Grenzen. Darum ist ein Rechenzentrumsausbau aufgrund der immer weiter steigenden Nachfrage unumgänglich. Dieser Anstieg ist auch in Zukunft zu erwarten, trotz der Tatsache, dass sich die Zahl der Workloads, die Rechenzentren erbringen können, seit 2010 bereits verfünffacht hat. Das hat natürlich auch einen erhöhten Energiebedarf zur Folge. Dieser muss allerdings in Zukunft in Deutschland aufgrund des EnEfG vermindert werden. Dabei müssen aber die Sicherheit sowie Resilienz der Anlagen zu jeder Zeit gewährleistet sein. Die Betreiber wollen darüber hinaus ihr Rechenzentrum auch wirtschaftlich betreiben. Das aber hat einen erhöhten Energiebedarf zur Folge.

Ambitionierte Aufgaben in einer vernetzten Welt

Alle Faktoren in der nahen Zukunft unter einen Hut zu bringen, ist für Betreiber von Rechenzentren eine ambitionierte Aufgabe. Denn ohne leistungsstarke und nachhaltig betriebene Rechenzentren wird es nicht gehen. Sie sind für viele unterschiedliche Bereiche einer modernen und vernetzten Welt unerlässlich. Sie bilden die Grundlage für Notfallaufnahme, Operationsplanung oder die Medikamentenausgabe im Krankenhaus. Ebenso wichtig sind Rechenzentren bei der Energieversorgung oder bei kommunalen Diensten. Auch Produktionsteile für die Automobilindustrie sowie Flug-, Verkehrs- oder Ampelsteuerung bei Großstädten sind ohne Rechenzentren nicht möglich. Im privaten Bereich, ob für Streamingdienste, soziale Medien sowie Chat- und E-Mail-Austausch ist die Digitalisierung unerlässlich. In nahezu jedem Lebensbereich ist man darum aufgrund der heutigen Vernetzung auf Rechenzentren angewiesen.

Internationale Standards erfüllen

Ein störungsfreier, sicherer und nachhaltiger Betrieb lässt sich durch unterschiedliche Zertifizierungsmöglichkeiten dokumentieren. Zu den wichtigsten Kriterien für Zertifizierungen entsprechend internationaler Standards zählen unter anderem die physische Sicherheit der Datenzentren unter normalen und außergewöhnlichen Bedingungen, die eindeutige Authentifizierung von Nutzern und Angestellten – etwa durch biometrische Zutrittskontrolle oder das Monitoring und effiziente Steuerung des Raumklimas durch ein Lüftungssystem. Des Weiteren die Redundanz bei kritischer Infrastruktur wie Anbindung an das Netzwerk und Energieversorgung oder der geregelte und einheitliche Ablauf von Prozessen und Arbeitsschritten wichtige Faktoren. Auch sollte ein Rechenzentrum gegen Unfälle und Störungen ausgelöst durch Brände oder Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Stürme effektiv geschützt sein. Des Weiteren sind die Informationssicherheit und der Datenschutz wichtige Faktoren. Der nachhaltige Betrieb, etwa durch eine ökologische Stromversorgung oder die effiziente Nutzung der Abwärme sind weitere wichtige Standards.

Die europäische Rechnungszentrumsnorm

Bis zum Jahr 2019 wurden diese Anforderungen in unterschiedlichen Normen geprüft. Die Europäische Union hat dies mit dem generellen Standard DIN EN 50600 vereinfacht. Die Zertifizierung „Informationstechnik – Einrichtungen und Infrastrukturen von Rechenzentren“ – auch als europäische Rechenzentrumsnorm bekannt – umfasst mehrere Teilaspekte. Diese Norm bildet den ersten europaweit länderübergreifenden Standard, der eine einheitliche und sichere Operation von Datenzentren definiert und dabei alle Schritte von der Planung über den Bau und die Ausführung bis zum laufenden Betrieb beinhaltet. Dazu gehören unter anderem die theoretische Planung und grundlegende Architektur bei Neubauten sowie die Konstruktion der Anlage. Des Weiteren zählen die angemessene und ausfallsichere Energieversorgung sowie die effiziente und ausreichende Klimatisierung der Serverräume dazu. Außerdem dokumentiert die Norm die redundante und auf Spitzenlasten ausgelegte Anbindung des Rechenzentrums an das Netzwerk, das professionelle Management und die Kontrolle der Arbeitsabläufe sowie die physische Sicherheit der Rechenzentren zum Schutz der Daten. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die ausreichende Vorbeugung gegen Unglücke wie Feuer und Naturkatastrophen.

Eine Vielzahl von Zertifizierungsoptionen

Neben DIN EN 50600 und ISO/IEC 22237 sind je nach Zielsetzung weitere Bewertungsgrundlagen relevant, etwa für Informationssicherheit, Managementsysteme und Betriebsprozesse. High Knowledge unterstützt bei der Auswahl, Vorbereitung und Durchführung des vereinbarten Prüfungsverfahrens. Verantwortlichkeiten und die gegebenenfalls erforderliche Einbindung externer Zertifizierungsstellen werden im Auftrag benannt. SOC 2 ist ein gesondertes Berichts- und Prüfungsverfahren; es ist nicht mit einer Rechenzentrumszertifizierung gleichzusetzen.

Nachhaltigkeit im Fokus

Für umweltbezogene Ziele kommt es auf definierte Kriterien und belastbare Nachweise an. Beim Umweltzeichen Blauer Engel sind die jeweils geltenden Vergabekriterien und das vorgesehene Vergabeverfahren maßgeblich. Sustainable Data Center (SDC) ist das eigene Zertifizierungssystem von High Knowledge. Es umfasst einen Kriterienkatalog, ein geregeltes Auditverfahren und eine dokumentierte Bewertung. Welche Aussagen ein Ergebnis trägt, ergibt sich aus dem Geltungsbereich und den geprüften Nachweisen.

Zertifizierungen und passende Lösungen

Ein Prüfungsverfahren kann Handlungsfelder sichtbar machen und die Maßnahmenplanung unterstützen. Bei technischen Änderungen werden Lastprofile, Energiebedarf, Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen gemeinsam betrachtet. Die Blue-DC-Lösungen bieten hierfür modulare Ansätze mit projektspezifisch geplanter Kühlung und Abwärmenutzung. Energie- und Emissionswirkungen werden anhand der konkreten Ausführung und des Betriebsszenarios ermittelt.

Fazit

Eine Rechenzentrumsprüfung schafft Transparenz, wenn Bewertungsgrundlage, Geltungsbereich und Ergebnisse eindeutig dokumentiert sind. High Knowledge verbindet dafür Planungserfahrung und Auditpraxis. Die Bewertung einer Anlage ersetzt weder die laufende Betriebsverantwortung noch die gesonderte Prüfung aller anwendbaren gesetzlichen Pflichten.