Worauf kommt es bei einer Rechenzentrumsplanung an? Die einzelnen Planungsschritte der HOAI oder übliche Verfahren wie das Qualitätsdreieck sollen nicht Bestandteil dieses Beitrages sein. Wir fokussieren uns auf die essenziellen Zukunftsthemen! 

Jedes Rechenzentrum ist individuell und so muss auch die Planung individuell sein. Mit den heutigen Anforderungen ist es bei einer seriösen Planung nicht empfehlenswert, fertige Planungsleistungen von vorangegangenen Projekten einfach zu vervielfältigen.

Wir empfehlen daher darauf zu achten, dass bei der Planung Ihre individuellen Anforderungen und Rahmenparameter alle erfüllt und ausreichend bedacht wurden. 

Rechtliche Anforderungen, Energieeffizienz und Betriebsbedingungen gehören früh in die RZ-Planung. Welche gesetzlichen Pflichten auf ein Vorhaben zutreffen, wird anhand von Standort, Betreiber und Anlage geprüft. Für den technischen Variantenvergleich sind insbesondere folgende Punkte relevant:

  1. Effizienzziele und Messgrenzen: Für einen PUE-Vergleich müssen Zeitraum, IT-Auslastung und Systemgrenze zusammenpassen. Ein geplanter Zielwert ist von einem gemessenen Jahreswert zu unterscheiden. Die projektspezifischen Anforderungen werden vor der Auslegung festgelegt.

  2. Energieversorgung: Strombezug, Eigenerzeugung, Redundanz und Nachweisführung werden gemeinsam betrachtet. Rechtliche Pflichten und technische Ziele werden für die konkrete Anlage eingeordnet.

  3. Wasser ist für Rechenzentren eine wichtige Ressource. Zunehmend erfahren wir, das Wasser auch in urbanen wie ländlichen Gebieten immer schwerer in ausreichenden Mengen verfügbar ist. In vielen Klimakonzepten ist die adiabatische Kühlung ein fester Bestandteil, gilt diese doch als sehr energieeffizient. Hierfür werden große Mengen Wasser verdunstet, um somit einen Kühleffekt zu erzielen. Eine zukunftsorientierte Rechenzentrumsplanung berücksichtigt den Aspekt der Wasserknappheit und stellt die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Klimakonzepte heraus.

  4. Berücksichtigung der IT-Hardware (Serverstruktur). Häufig betrachten Rechenzentrumsplaner ein Rechenzentrum als Black-Box. Die Frage nach der IT- Anschlussleistung wird in jedem Kick-Off Gespräch gestellt, aber nur sehr selten hinterfragt. Eine ganzheitliche Planung betrachtet nicht nur die reine Infrastruktur, sondern auch die Komponenten, die es zu versorgen gilt. Oft können durch den einfachen Austausch der Server-Hardware, die IT-Leistung reduziert und somit Anlagen kleiner und effizienter dimensioniert werden. Die ausgemusterte Server-Hardware kann in den meisten Fällen repariert oder instandgesetzt werden. Die so recycelte Hardware erfährt somit eine ökologische Wiederverwendung (Second Life).

  5. Jedes Rechenzentrum setzt die zugeführte elektrische Energie 1:1 in Wärmeenergie um. Achten Sie bei der Planung des Rechenzentrums auf eine möglichst hohe Quote der Wiederverwendung dieser Wärmeenergie. Diese Abwärme ungenutzt in die Atmosphäre abzugeben, stellt weder einen besonders fortschrittlichen noch nachhaltigen Planungsansatz dar. Legen sie bereits bei der Standortwahl Wert darauf, die Wärme beispielsweise in ein Fernwärmenetz einspeisen zu können oder Nutzen Sie andere Möglichkeiten die Abwärme ökologisch zu verwenden.

  6. Skalierbare und modulare Infrastruktur. Ein Rechenzentrum kann nur effizient betrieben werden, wenn alle Anlagenteile optimal ausgelastet sind. Schon während der Planung muss hier auf eine sinnvolle Auswahl der Komponenten und deren Dimensionierung geachtet werden.

Rechtliche und technische Einordnung aktualisiert am 8. September 2026.