EU-Nachhaltigkeitslabel für Rechenzentren.
Messwerte verstehen. Zukunft vorbereiten
Das europäische Bewertungssystem macht die Energie- und Wassereffizienz von Rechenzentren vergleichbar. High Knowledge unterstützt Betreiber dabei, Messdaten belastbar aufzubereiten, Verbesserungspotenziale zu erkennen und die Vorbereitung mit einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie zu verbinden.
Das neue EU-Label: zwei Effizienzklassen, ein transparenter Überblick.
Die Europäische Kommission hat am 21. September 2026 die delegierte Verordnung C(2026) 3472 final veröffentlicht. Vorgesehen sind getrennte Klassen von A bis G für die Energieeffizienz anhand der PUE und die Wassereffizienz anhand der WUE. Ergänzend zeigt das elektronische Label Angaben zur Energieherkunft, Netzflexibilität und Abwärmebereitschaft.
Rechtsstand: 25. September 2026. Der delegierte Rechtsakt befindet sich im Prüfverfahren von Europäischem Parlament und Rat. Veröffentlichung durch die Kommission und Inkrafttreten sind unterschiedliche Schritte. Der Text sieht das Inkrafttreten am zwanzigsten Tag nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt vor.

Welche Rechenzentren sind erfasst?
Das Bewertungssystem baut auf der europäischen Berichtspflicht für Rechenzentren mit einer installierten IT-Leistung von mindestens 500 kW auf. Für kleinere Rechenzentren sieht der neue Rechtsakt eine freiwillige Teilnahme vor.
Auch noch nicht in Betrieb genommene Rechenzentren können nach dem vorgesehenen Verfahren freiwillig teilnehmen. Ihre Angaben beruhen auf dokumentierten Planungswerten; das Label kennzeichnet diesen Status.
Wann kommt das erste Label?
Die ersten elektronischen Labels sollen nach dem veröffentlichten Rechtsakt bis zum 15. August 2027 entstehen und anschließend jährlich erneuert werden. Grundlage sind die an die europäische Rechenzentrumsdatenbank gemeldeten Informationen und Kennzahlen.
Das Label wird automatisch durch die europäische Datenbank erzeugt. Betreiber sollen es auf Anfrage elektronisch bereitstellen können; ein Verweis auf die frei zugängliche Datenbank genügt.

Belastbare Daten beginnen beim Messkonzept.
Eine Effizienzklasse ist nur so aussagekräftig wie ihre Datengrundlage. Wir prüfen mit Ihnen Systemgrenzen, Messpunkte, Zeiträume und Zuständigkeiten. Energie für IT, Kühlung und Versorgung muss nachvollziehbar zugeordnet werden; Wasserverbräuche und Energieherkunft benötigen konsistente Nachweise.
Die Anhänge ändern unter anderem die WUE-Definition auf den Süßwassereinsatz, ergänzen Angaben zur Abwärmebereitschaft und zur Energieherkunft und streichen die bisherigen Datenverkehrskennzahlen. Vorhandene Berichtsprozesse sollten deshalb fachlich abgeglichen werden.
EU-Label: regulatorische Vergleichbarkeit.
Das EU-Label ordnet ausgewählte Betriebskennzahlen ein. PUE und WUE erhalten jeweils eine eigene Klasse; weitere Angaben ergänzen das Bild. Die automatische Erstellung ist kein umfassendes Zertifizierungsaudit des gesamten Rechenzentrums.
Ein guter PUE-Wert allein bewertet weder die Sicherheit und Verfügbarkeit noch die gesamte Nachhaltigkeit eines Standortes. Auch Klima, Auslastung und das Zusammenspiel von Energie- und Wassereinsatz gehören in die Interpretation.
SDC: Nachhaltigkeit mit 301 Kriterien bewerten.
Unser eigenes Zertifizierungssystem Sustainable Data Center (SDC) geht mit 301 Kriterien in der Bewertungsbreite deutlich über die Kennzahlendarstellung des EU-Labels hinaus. Es bietet einen eigenständigen Rahmen für eine strukturierte, dokumentierte Nachhaltigkeitsbewertung.
Beide Instrumente erfüllen unterschiedliche Aufgaben und können sich ergänzen. Ein EU-Label ersetzt keine SDC-Zertifizierung. Umgekehrt ersetzt SDC weder gesetzliche Meldungen noch das von der europäischen Datenbank erzeugte Label.
Von der Bestandsaufnahme zur begründeten Maßnahmenplanung.
Wir stimmen den Leistungsumfang auf Ihren Standort und den Stand Ihrer Datenerfassung ab:
- Einordnung: Anwendungsbereich, Betreiberrolle und vorhandene Meldeprozesse klären.
- Datenprüfung: Messkonzept, Systemgrenzen, Vollständigkeit und Plausibilität bewerten.
- Technische Analyse: Energieversorgung, Kühlung, Wassereinsatz und Abwärmepotenziale zusammen betrachten.
- Umsetzungsplan: Maßnahmen nach Wirkung, Aufwand und Eingriffen in den Betrieb priorisieren.
- Nachhaltigkeitsbewertung: Bei Bedarf die Vorbereitung mit dem SDC-Verfahren und seinen 301 Kriterien verbinden.
High Knowledge begleitet die fachliche Vorbereitung. Die Erzeugung des offiziellen EU-Labels erfolgt ausschließlich über das europäische Datenbankverfahren.

Quellen und Einordnung
Grundlage dieser Einordnung sind die Verordnung C(2026) 3472 final und ihre Anhänge vom 21. September 2026 sowie das Prüfverfahren des Europäischen Parlaments. Für die Anwendung sind der endgültige Rechtsstand und die Vorgaben der zuständigen Meldestellen maßgeblich.
Häufige Fragen zum EU-Rechenzentrumslabel
Ist das EU-Label schon in Kraft?
Stand 25. September 2026 hat die Kommission den delegierten Rechtsakt veröffentlicht; das Prüfverfahren läuft noch. Die Seite unterscheidet deshalb zwischen den vorgesehenen Regeln und bereits geltendem Recht.
Vergibt High Knowledge das EU-Label?
Nein. Das elektronische Label wird auf Basis der gemeldeten Daten automatisch von der europäischen Rechenzentrumsdatenbank erzeugt. Wir unterstützen bei der technischen Vorbereitung, Datenqualität und Maßnahmenplanung.
Warum zusätzlich eine SDC-Zertifizierung?
Das EU-Label schafft Vergleichbarkeit ausgewählter Kennzahlen. SDC bewertet Nachhaltigkeit anhand eines eigenständigen Systems mit 301 Kriterien und geht damit in der Bewertungsbreite deutlich weiter. Umfang und Nachweise werden im SDC-Verfahren konkret festgelegt.
EU-Label vorbereiten. Nachhaltigkeit weiterdenken.
Sie möchten Ihre Datenbasis prüfen oder Effizienzmaßnahmen mit einer SDC-Zertifizierung verbinden? Besprechen wir Ihre Ausgangslage und die nächsten sinnvollen Schritte.