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Rechenzentren verbinden Digitalisierung mit einem erheblichen Energiebedarf. Eine belastbare Planung betrachtet deshalb IT-Last, Stromversorgung, Kühlung, Messkonzept und mögliche Wärmeabnehmer gemeinsam. Welche gesetzlichen Anforderungen gelten, hängt unter anderem von Anlagenumfang, Inbetriebnahme und den jeweiligen Tatbeständen ab. Für Betreiber beginnt die Umsetzung mit einer nachvollziehbaren Bestandsaufnahme und einer realistischen Maßnahmenplanung.

Rechenzentren tragen digitale Anwendungen in Unternehmen, Krankenhäusern, Verwaltung und vielen weiteren Bereichen. Mit steigenden Rechenanforderungen müssen IT-Leistung, Versorgung und Energiebedarf gemeinsam geplant werden.

Der PUE setzt die gesamte Energieaufnahme eines Rechenzentrums ins Verhältnis zur Energieaufnahme der IT. Für Anlagen im Anwendungsbereich des § 11 EnEfG hängt die gesetzliche Anforderung unter anderem vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab. Bei Inbetriebnahme vor dem 1. Juli 2026 gelten PUE-Grenzen von 1,5 ab Juli 2027 und 1,3 ab Juli 2030. Für neuere Anlagen gilt grundsätzlich 1,2; Nachweisfristen, Berechnungsregeln und Ausnahmen sind zusätzlich zu beachten.

Redaktionell aktualisiert am 11. September 2026. Maßgeblich ist der aktuelle § 11 EnEfG.

Große Herausforderungen für die Zukunft

Für Rechenzentren im Anwendungsbereich des § 11 EnEfG gelten differenzierte Anforderungen. Bei vor dem 1. Juli 2026 in Betrieb genommenen Rechenzentren sind die gesetzlich vorgesehenen PUE-Grenzen von 1,5 ab Juli 2027 und 1,3 ab Juli 2030 zu beachten. Für neue Rechenzentren ab Juli 2026 gelten eigene Vorgaben zur Energieverbrauchseffektivität und zur Wiederverwendung von Energie. Die gesetzlichen Berechnungsregeln, Nachweisfristen und Ausnahmen sind im konkreten Projekt zu prüfen.

Eine Wärmenutzungsplanung braucht außerdem geeignete Abnehmer, Temperaturniveaus und eine wirtschaftlich tragfähige Verbindung. Eine pauschale Wärmenutzungsquote für alle Anlagen oder eine allgemein verbindliche Servereintrittstemperatur lässt sich daraus nicht ableiten. Die Auslegung muss Betrieb, technische Vorgaben und anwendbare Vorschriften zusammenführen.

Genauer Überblick dank Nachhaltigkeitszertifizierung

Um sich für die strengen Anforderungen der Zukunft zu wappnen, benötigt es Partner, welche die Sachlage ganzheitlich betrachten können. Denn ein energieeffizientes Rechenzentrum steht auf unterschiedlichen elementaren Säulen. „Es geht darum, dass man bei der Planung der umzusetzenden Aufgaben alle Aspekte im Auge behält. Da geht es um die richtige Kühlung, die Effizienz des Servers oder die Standort-Frage“, führt Knopf aus. „Das gilt übrigens bei der Planung eines neuen Rechenzentrums genauso wie bei der energieeffizienten Sanierung eines bestehenden Zentrums.“

Doch bevor Konzepte umgesetzt werden können, muss der Ist-Zustand genau untersucht werden, weshalb der einzelne Standort unter die Lupe genommen wird. Auch wird die Infrastruktur der gesamten IT sowie die Auslastung von Servern betrachtet. Darüber hinaus gehört zu einer nachhaltigen Planung auch die genaue Untersuchung von Wasser als immer wertvollere und zunehmende knappe Ressource. Anhand der Nachhaltigkeitszertifizierung kann anschließend eine durchdachte, ganzheitliche Betrachtung eines Rechenzentrums vorgenommen werden. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise bei einem Neubau auch bewertet, wie man das Rechenzentrum später wieder nachhaltig abbaut und welchen Nutzen das Gebäude dann haben könnte.

Nachhaltig arbeiten mit den Elementen

„Die meisten Betreiber von Rechenzentren wissen gar nicht, wo sie beim Thema Energieeffizienz überhaupt stehen“, führt Martin Vogt, Leiter Technik bei High Knowledge, weiter aus. Ist eine solche Bestandsanalyse fertiggestellt, können konkrete Vorgehensweisen für die zukunftsträchtige Optimierung abgeleitet und umgesetzt werden. Dafür hat z. B. High Knowledge die ganzheitliche Lösung Blue DC Elements entwickelt, die anhand von Bausteinen Energieversorgung, Kühlung und Abwärmenutzung projektspezifisch verbindet. So können je nach lokaler Situation bestimmte fortschrittliche Technologien eingesetzt werden. „Es lassen sich in vielen Fällen ungenutzte Potenziale ermitteln und deutlich reduzierte Energieverbräuche erzielen“, so Knopf.

Die Bausteine verbinden Energieversorgung, Kühlung und Abwärmenutzung. Geeignete Wasserkreisläufe können Wärme aus dem Rechenzentrum an benachbarte Gebäude oder Wärmenetze übertragen. Ob dies technisch und wirtschaftlich funktioniert, hängt unter anderem von Temperaturniveau, zeitlicher Verfügbarkeit, Abnehmern und Verbindungskosten ab. Wasserbedarf, Hilfsenergie und PUE werden für die konkrete Anlage bilanziert; ein bestimmter Kennwert wird durch das Konzept allein nicht zugesichert.

Den besten Standort wählen

Ein weiterer Faktor für ein energieeffizientes Rechenzentrum wird in Zukunft auch der Standort sein. In den meisten Fällen befinden sich solche Zentren heute in unmittelbarer Nähe von Internetknotenpunkten wie beispielsweise in Frankfurt am Main. Hier wird aber in den meisten Fällen die Abwärme direkt an die Atmosphäre abgegeben – ohne dass sie effektiv genutzt würde. Knopf: „Neuplanungen von Rechenzentren müssen in absehbarer Zeit unbedingt neue Wege einschlagen. Indem die Abwärme komplett an die Umwelt abgegeben wird, wie heute leider noch häufig der Fall, haben wir gleich mehrere Negativauswirkungen. Energie wird praktisch verschenkt und die Abwärme wirkt sich auch noch nachteilig auf das Mikroklima an den Standorten der Rechenzentren aus – dabei steckt in der Abwärme ein solch enormes Potenzial für eine sinnvolle Wiederverwendung!“ 

Konzepte zur wirtschaftlichen Nutzung sehen z. B. den Verbund mit Abnehmern in der näheren Umgebung vor. So können Daten-Zentralstellen bspw. neben Kindergärten oder Schulen stehen, für die dann die Abwärme als Heizquelle dient. Auch sollte immer ein Anschluss an das Fernwärmenetz bei einem Neubau miteingeplant werden. „Gerade in der heutigen Diskussion um hohe Gas- und Energiepreise spricht kaum jemand über die Nutzung der Abwärme von Rechenzentren“, merkt Knopf an. „Auch hier könnte viel Energie sinnvoll eingesetzt werden, die sich aber bislang in den meisten Fällen immer noch in Luft auflöst.“

Fazit

Die Planung energieeffizienter Rechenzentren beginnt mit den tatsächlichen Anforderungen: IT-Leistung, Auslastung, Verfügbarkeit, Standort und Messgrenzen. Kühlung und Abwärmenutzung werden darauf abgestimmt. Blue DC Elements verbindet technische Bausteine zu einem projektspezifischen Konzept. Welche Energieeinsparungen erreichbar sind, wird gegenüber einer definierten Ausgangssituation berechnet und im Betrieb überprüft. Einen bestimmten PUE oder Klimaneutralität garantieren die Bausteine für sich genommen nicht.